Die Sorge ist immer dieselbe: Das Gerät zieht seine Wärme aus der Außenluft, und bei Dauerfrost ist da keine mehr. Diese Seite beantwortet das nicht mit Zusicherungen, sondern mit Messwerten aus vier Jahren Feldtest, inklusive der Einschränkung, die das messende Institut selbst dazu schreibt.
Stand: 14. August 2026 · Datenbasis Fraunhofer ISE, Presseinformation vom 3. November 2025Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme, sie holt vorhandene Wärme aus der Umgebung und hebt sie auf ein nutzbares Temperaturniveau. Dafür braucht sie ein Kältemittel, das schon weit unter null Grad verdampft. Auch Luft von minus zehn Grad enthält Energie, die sich auf diesem Weg nutzen lässt, und marktübliche Geräte sind für den Betrieb bis etwa minus 20 bis minus 25 Grad ausgelegt.
Was sich mit der Kälte ändert, ist nicht das Ob, sondern der Preis. Je größer der Abstand zwischen Außentemperatur und benötigter Vorlauftemperatur, desto mehr Strom kostet dieselbe Menge Wärme. An einem milden Novembertag arbeitet dieselbe Anlage deutlich sparsamer als bei Dauerfrost.
Deshalb ist die entscheidende Kennzahl die Jahresarbeitszahl, nicht der Wirkungsgrad bei minus zehn Grad. Sie mittelt über das gesamte Jahr, also über viele milde Stunden und wenige sehr kalte. Wer eine Anlage nach ihrem schlechtesten Tag beurteilt, beurteilt sie nach wenigen Prozent ihrer Betriebszeit.
Das Fraunhofer ISE hat im Projekt „Wärmepumpen-Qualitätssicherung im Bestand" vier Jahre lang 77 Anlagen in Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen, unter realen Bedingungen, gemeinsam mit zwei Energieversorgern und neun Herstellern. Die Ergebnisse (Presseinformation vom 3. November 2025):
| Kennwert | Luft/Wasser | Erdreich |
|---|---|---|
| Jahresarbeitszahl im Mittel | 3,4 | 4,3 |
| Spanne über alle Anlagen | 2,6 bis 4,9 | 3,6 bis 5,4 |
| Anteil des Heizstabs an der Stromarbeit | 1,3 % | nahe 0 % |
Eine Korrelation zwischen Baujahr des Gebäudes und Effizienz der Anlage ließ sich nicht feststellen. Für die Winterfrage heißt das: Ein altes Haus ist als solches kein Ausschlussgrund.
Der Satz, den kaum jemand mitzitiert. Die 1,3 Prozent Heizstab-Anteil laufen seit der Veröffentlichung durch jede Verkaufsunterlage. Das Institut selbst schreibt dazu, die Verbräuche der Heizstäbe spielten bei den vermessenen Anlagen eine untergeordnete Rolle, „was auch mit den vergleichsweise milden Witterungsbedingungen in der vermessenen Periode zusammenhängt". In einem strengen Winter liegt der Anteil höher. Wir nennen die Zahl trotzdem, aber mit diesem Zusatz, weil eine Zahl ohne ihren Vorbehalt keine Information ist, sondern ein Verkaufsargument.
Wer fürchtet, die Anlage könnte an den kältesten Tagen nicht reichen, wählt sie lieber eine Nummer größer. Das fühlt sich sicher an und ist die häufigste teure Fehlentscheidung bei diesem Gerät.
Der Feldtest hat genau das gemessen: Viele der untersuchten Wärmepumpen waren, bezogen auf den tatsächlichen Verbrauch, überdimensioniert, und bei einem Teil der Anlagen lagen die Schalthäufigkeiten im sehr hohen Bereich. Beides hängt zusammen. Eine zu groß gewählte Wärmepumpe erreicht ihre Zieltemperatur zu schnell, schaltet ab, kühlt aus, schaltet wieder ein. Jeder Start läuft mit schlechtem Wirkungsgrad, und die Zahl der Starts bestimmt die Lebensdauer des Verdichters.
Wie diese Berechnung aussieht, woran Sie eine echte von einer geschätzten unterscheiden und warum wir sie von jemandem rechnen lassen, der die Anlage nicht verkauft, steht im Ratgeber Heizlast und hydraulischer Abgleich.
Ob ein Angebot die kalten Tage durchdacht hat, erkennen Sie an vier Stellen. Fehlen sie, fragen Sie nach, bevor Sie unterschreiben:
Was wir dabei tun: Wir prüfen Angebote genau auf diese vier Punkte und rechnen die Betriebskosten mit einer Spanne statt mit einem Wert. Wenn die Rechnung nur unter günstigen Annahmen aufgeht, sagen wir das. Woran das bei uns nicht hängt, nämlich an der Technologie oder am Hersteller, steht auf der Seite Transparenz.
Schildern Sie uns Gebäude und Heizung. Wir ordnen ein, was für Ihr Objekt gilt, herstellerneutral und ohne Verkaufsdruck. Auch dann, wenn die Antwort lautet, dass sich etwas anderes mehr lohnt.
Einordnung anfragen →Quelle der Messwerte: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Presseinformation vom 3. November 2025 zum Forschungsprojekt „Wärmepumpen-Qualitätssicherung im Bestand", 77 Anlagen in Ein- bis Dreifamilienhäusern, Messzeitraum vier Jahre, beteiligt waren zwei Energieversorger und neun Hersteller.
Jahresarbeitszahlen sind Messwerte aus dem genannten Feldtest und keine Zusagen für den Einzelfall; die tatsächliche Effizienz hängt von Gebäude, Auslegung, Heizflächen und Betriebsweise ab. Die VAN DER RHEEDE Renewables ist eine herstellerneutrale Fachberatung und Vermittlung; wir verkaufen keine Anlagen und übernehmen keine handwerkliche Ausführung. Der Anlagenvertrag kommt direkt zwischen Ihnen und dem ausführenden Fachbetrieb zustande.