Marktlage · 9. August 2026

Der Wärmepumpen-Absatz wächst um 40 Prozent, bleibt aber unter 2023

195.000 Geräte im ersten Halbjahr, 40 Prozent mehr als 2025 und doch 1.500 weniger als 2023. Gezählt wird die Lieferung an den Handel, nicht der Einbau.

Der Bundesverband Wärmepumpe hat am 6. August die Halbjahreszahlen veröffentlicht, und die Prozentzahl daraus geht seither durch die Meldungen: 40 Prozent Wachstum. Die Zahl stimmt. Sie sagt nur etwas anderes, als sie auf den ersten Blick verspricht.

Die Kernzahlen

Damit ist das Wachstum weniger ein Durchbruch als eine Rückkehr. Das Vergleichshalbjahr 2025 war schwach, der Markt hat wieder das Niveau von vor drei Jahren erreicht und es knapp verfehlt.

Der überraschende Nebenbefund

Durch die Berichterstattung läuft zusätzlich eine Jahresprognose von 410.000 Geräten. Diese Zahl steht in der Mitteilung vom 6. August nicht. Sie stammt aus der Branchenprognose vom 28. November 2025, wo der Verband sein Business-as-usual-Szenario für 2026 von 350.000 auf 410.000 angehoben hatte, ausdrücklich unter dem Vorbehalt stabiler Förderbedingungen.

In der Branchenstudie vom 30. März 2026 hat der Verband selbst nach unten korrigiert: dort stehen rund 330.000 Geräte für 2026, ein Plus von 11 Prozent. Die 410.000 kommen in dieser Studie nicht mehr vor. Wer sie heute zitiert, zitiert eine Zahl, die der Verband ersetzt hat.

Rechnen kann man trotzdem: Nach 195.000 im ersten Halbjahr fehlen zu den 330.000 noch etwa 135.000, und das zweite Halbjahr ist im Heizungsgeschäft üblicherweise das stärkere. Dass das Jahr über der Studie landet, ist also wahrscheinlich. Wie weit darüber, hat bisher niemand beim Verband gesagt.

Was das für ein Projekt bedeutet

Der Engpass verschiebt sich vom Gerät zum Termin. Ein Gerät, das beim Großhändler steht, ist keine laufende Heizung. 40 Prozent mehr Lieferungen schaffen keine 40 Prozent mehr Montagekolonnen, und Handwerkerkalender füllen sich vor der Heizperiode zuerst. Wer für diesen Winter plant, verhandelt eher über den Termin als über den Preis.

Der zweite Punkt ist unangenehmer. Ein Markt, der so schnell wächst, zieht neue Anbieter an und dehnt erfahrene Betriebe. Die Auslegung leidet als Erstes, weil sie unsichtbar ist: Eine zu groß geplante Anlage funktioniert, sie kostet nur fünfzehn Jahre lang Geld. Genau deshalb lassen wir die Heizlast von einem Gebäudeenergieberater rechnen, der weder zu uns noch zum ausführenden Betrieb gehört. Was dabei schiefgehen kann und woran Sie es erkennen, steht im Ratgeber Heizlast und hydraulischer Abgleich. Warum diese Trennung bei uns keine Geste ist, sondern am Geschäftsmodell hängt, steht auf der Seite Transparenz.

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