Lohnt sich Photovoltaik noch? Ja, aber aus einem anderen Grund als früher.
Herstellerneutrale Entscheidungs- und Projektberatung. Wir verkaufen keine Anlagen: wir prüfen, strukturieren und bringen Ihr Projekt mit dem passenden Fachbetrieb zusammen.
Wer die Frage mit der Einspeisevergütung beantwortet, rechnet mit der falschen Zahl. Die Vergütung ist klein geworden; der Wert Ihrer Anlage steckt im Strom, den Sie nicht mehr kaufen müssen. Hier ist die Rechnung, ehrlich und mit Spannen, samt der Fälle, in denen wir abraten.
37,0 Cent sparen schlägt 7,70 Cent verdienen
Haushaltsstrom kostet 2026 im Durchschnitt 37,0 Cent je Kilowattstunde (BDEW-Strompreisanalyse, Stand 08/2026). Für eingespeisten Solarstrom gibt es bei Anlagen bis 10 kWp 7,70 Cent (Teileinspeisung, Inbetriebnahme ab 01.08.2026). Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, ist damit knapp das Fünffache einer eingespeisten wert.
Daraus folgt die ganze Strategie: Die Anlage wird nicht für das Netz gebaut, sondern für Ihren eigenen Verbrauch. Waschmaschine am Mittag, E-Auto am Nachmittag, Wärmepumpe mit Solarstrom: Je mehr Verbrauch in die Sonnenstunden wandert, desto schneller trägt sich die Anlage.
Ein 10-kWp-Beispiel, ehrlich gerechnet
In der Region Hannover liefern gut ausgerichtete Dächer grob 900 bis 1.000 Kilowattstunden je kWp und Jahr (Ertragsreferenz PVGIS). Eine 10-kWp-Anlage erzeugt also rund 9.000 bis 10.000 kWh. Der Wert dieser Erzeugung hängt fast nur an einer Frage: Wie viel davon nutzen Sie selbst?
- Selbst verbrauchte kWh: spart rund 37 Cent Netzbezug.
- Eingespeiste kWh: bringt 7,70 Cent Vergütung.
- Die Differenz von gut 29 Cent ist der Grund, warum zwei identische Anlagen völlig verschieden abschneiden: Ein Haushalt, der tagsüber kaum Strom nutzt, verschenkt den Großteil des Werts; einer mit E-Auto oder Wärmepumpe holt ihn herein.
Eine seriöse Amortisationszahl gibt es deshalb nur mit Ihrem Verbrauchsprofil, nicht als Faustformel. Wenn Ihnen jemand pauschal „rechnet sich in X Jahren“ verspricht, fragen Sie nach den Annahmen dahinter: Strompreis, Eigenverbrauchsquote und Preisentwicklung sind Spannen, keine Konstanten. Wir rechnen Vorhaben grundsätzlich mit Spannen und sagen es, wenn eine Rechnung nur unter günstigen Annahmen aufgeht.
Mehr Eigenverbrauch, aber nicht umsonst
Ein Batteriespeicher verschiebt Sonnenstrom in den Abend und hebt so die Eigenverbrauchsquote deutlich. Er kostet aber, verliert beim Ein- und Ausspeichern rund 15 bis 20 Prozent der Energie und rechnet sich deshalb erst ab einem bestimmten Preis je Kilowattstunde Kapazität. Die vollständige Kipppunkt-Rechnung samt der vier typischen Fälle steht auf Stromspeicher: ab welchem Preis er sich rechnet.
Die Fälle, in denen die Antwort Nein ist
- Das Dach ist bald fällig. Steht in absehbarer Zeit eine Dachsanierung an, gehört sie vor die Anlage; sonst zahlen Sie die Demontage doppelt.
- Dauerhafte, starke Verschattung. Bäume oder Nachbargebäude, die die Hauptflächen große Teile des Tages abdecken, drücken den Ertrag unter jede vernünftige Rechnung.
- Sehr kleiner Verbrauch ohne Perspektive. Wer wenig Strom nutzt und weder E-Auto noch Wärmepumpe plant, speist den Großteil für 7,70 Cent ein und trägt trotzdem die vollen Fixkosten.
- Anlage nur für die Einspeisung. Als reines Renditemodell über die Vergütung trägt sich eine kleine Dachanlage 2026 nicht mehr.
Wir können diese Fälle offen benennen, weil unser Ergebnis nicht davon abhängt, dass gebaut wird. Warum das so ist, steht auf der Seite Transparenz.
Warten wird nicht belohnt, Hetzen auch nicht
Der bei Inbetriebnahme gültige Vergütungssatz ist für 20 Jahre plus das Inbetriebnahmejahr zugesagt; das ist der eigentliche Wert der Regelung. Die Sätze selbst sinken planmäßig weiter. Ob 2026 oder 2027 der bessere Startzeitpunkt für Ihr Projekt ist, haben wir mit Rechnung und Gegenrechnung auf einer eigenen Seite durchgespielt: Photovoltaik 2026 oder 2027?. Was die Anlage kosten darf, steht auf Photovoltaik-Kosten.
Grundlagen: BDEW-Strompreisanalyse (Durchschnitt Haushalte 2026, Stand 08/2026, abgerufen 30.08.2026); Einspeisesätze nach EEG-Degressionsstand 01.08.2026 (siehe Einspeisevergütung); Ertragsreferenz PVGIS (EU-Kommission); Speicher-Wirkungsgradspanne wie auf der Speicher-Seite hergeleitet. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 30. August 2026.
Häufige Fragen zur Wirtschaftlichkeit
Lohnt sich Photovoltaik 2026 überhaupt noch?
Wann lohnt sich Photovoltaik nicht?
Wie lange gilt die Einspeisevergütung?
Brauche ich einen Speicher, damit sich die Anlage lohnt?
Rechnet sich Ihr Dach? Wir sagen es Ihnen ehrlich.
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